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Geschichte der Einsatzstelle Landeck

Am 16. Feber 1990 wurde auf Initiative von Mag. Karl-Fridrich Huber die Einsatzstelle Landeck der Österreichischen Wasser-Rettung gegründet. Bei dieser Gründungssitzung waren zudem Wolfgang Huber, Herbert Kreuzer, Wilhelm Oberneder, Alexander Lengauer, Martin Traxl, Roland Wohlfahrt, Mag. Winni Haid, Klaus und Markus Valentini, Markus Kecht, Per-Olaf Schmid, Hansjörg Guem und Hans Kometer anwesend.

      Sinn und Zweck des Vereins ist, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren, aber auch prophylaktisch zu wirken.

      Vor der Gründung der Wasser-Rettung im Jahre 1990 gab es eine Gruppe junger Burschen, die alle vom Wildwasser fasziniert waren und sich zu Kajak- und Raftingfahrten trafen. Die meisten hatten ihr Hobby zum Beruf gemacht und wurden Bootsführer bei einem Raftingunternehmen. Da auch Behörden und andere Rettungsorganisationen von dieser Gruppe wussten, wurden sie immer wieder zu Hilfe gerufen. So auch vor Jahren in Tösens, als ein Auto so unglücklich in den Inn geraten war, dass es niemand erreichen konnte. 

      In dieser Situation wurden die Wildwassersportler aus Landeck von der „Polizei Ried“ um Hilfe gebeten. Den Rafter und Kajakern  gelang die Bergung mithilfe der Feuerwehr relativ rasch. Es gab nur ein Problem mit der privaten Ausrüstung die teilweise verloren oder kaputt ging. Es fühlte sich niemand zuständig den, doch beträchtlichen Schade, zu begleichen.

      Bei dieser Gelegenheit wurde man sich bewusst, dass es auch keinerlei Versicherungsschutz gab. Auf die Frage, ob man beim nächsten Anruf „nein“ sagen oder sich organisieren sollte, entschied man sich 1990 für die Gründung der Einsatzstelle Landeck der Österreichischen Wasser-Rettung.

      Der erste Vorstand setzte sich aus Mag. Karl-Friedrich Huber (Einsatzstellenleiter), Martin Traxl (Stellvertreter), Hansjörg Guem (Schriftführer) Per-Olaf Schmid (Kassier) und Markus Valentini (Zeugwart) zusammen.

      Um das Vereinsziel bestmöglich verfolgen zu können, bemühte man sich, im Rahmen einer effizienten und laufenden Ausbildung neben viel Ausdauer, Training und Mut jene Fähigkeiten zu erwerben, die bei den verschiedensten Bergeaktionen im Wildwasser benötigt werden.

      In den Jahren ihres Bestehens konnte die Einsatzstelle Landeck einige bemerkenswerte Akzente setzen. So wurde z.B. ein Wildwasser-Ausbildungsprogramm entwickelt, das seit 1996  tirolweit angewandt wird. Diese Ausbildung fand auch international ihre Beachtung. So schrieb die ILS (International Life Saving Federation) bei Ihrer Sitzung in Australien: original Text

AKTIVITÄTS BERICHT 1998-2000: Europa Region

(für die allgemeine Zusammenarbeit der ILS, im März 2000, Australien)

 

Auszug:

Wildwasser-Kurs in Landeck/Tirol/Austria

Der Tiroler Teil der Österreichischen Wasser-Rettung organisierte einen phantastischen Wochenend Kurs, über die Wildwasserausbildung der Wasser-Rettung in Landeck/Tirol, vom 05 bis zum 07 Juni 1998.

Die Teilnehmer hatten Gelegenheit zu einer Raftingtour auf der Sanna, einer der interessantesten europäischen Raftingstrecken.

Weiterst wurde eine Canyoning Tour unternommen und ein Unterrichtsfilm vorgeführt. Es wurde eine praktische Demonstration in Wildwasserschwimmen und Bergetechniken vorgeführt, wie auch die Überreichung eines neuen Buches über Wilwasser-Rettung, das einen großen Fortschritt bei methodischen und didaktischen Aspekten zeigt.

Neben den österreichischen Mitgliedern, kamen Teilnehmer auch von Tschechien, Deutschland und Italien.

Dr. Klaus Wilkens

ILSE Präsident

ILS Vize Präsident

 

      Die Wasser-Rettung Landeck wurde außerdem  bei mehreren Kajak-Weltcuprennen, deutschen Meisterschaften und einer Weltmeisterschaft mit insgesamt mehr als 1000 Sportlern mit der Absicherung betraut.

      Eine ganz besondere Herausforderung stellt die Absicherung der Kajak-Extrem-Weltmeisterschaft „Adidas Sick-Line“ bei der Wellerbrücke in Ötz dar, die wir seit 2009 durchführen. 

     Die Strecke bei der Wellerbrücke ist mit Schwierigkeitsgrad 5+ sehr anspruchsvoll und für durchschnittliche Kajakfahrer nicht zu bewältigen. Durch den hohen Schwierigkeitsgrad und die starke Verblockung wird auch die Absicherung dieser Veranstaltung zu einer Herausforderung. Selbst unter den Wasserrettern sind Spezialisten, die in diesem Wasser noch helfend eingreifen können, dünn gesät. Nur sehr gut ausgebildete Wildwasserretter können hier noch etwas ausrichten und auch für sie ist es nur an ganz bestimmten, und gut vorbereiteten  Stellen möglich.

Es bedurfte einiger Vorbereitungszeit um Sicherungsanker zu bohren, damit die Schwimmer angeseilt ins Wasser gehen konnten. Die Wasserwucht ist hier zu groß, um noch mit reiner Körperkraft arbeiten zu können. Insgesamt waren an zwei Tagen 35 Frauen und Männer der Wasserrettung Landeck und Innsbruck im Einsatz. Alle die mitgeholfen haben verdienen Respekt und Anerkennung. Bilder Sick-Line

      Zur Zeit verfügt die Einsatzstelle über 10 Taucher, 13 Wildwasser-Retter, 18 Inhaber des Schiffsführerpatentes B für Rafts, 3 Lehrscheininhaber, 3 Canyoningguide, 2 Sportlehrer und einen Flughelfer. Der Rest ist im Besitz des Retterscheines.

      Um den Ausbildungsstand konstant zu halten, werden laufend Übungen mit anderen Rettungsorganisationen durchgeführt. Zur Erhaltung von Leben gehört für die Wasser-Rettung nicht nur die augenblickliche Rettungsaktion, sondern auch die Prophylaxe von Unfällen. Dazu zählen vorrangig die Verbesserung der Schwimmkenntnisse und das Vermitteln von Gefahren im stehenden und fließenden Gewässer. Zur Vermeidung von Unfällen gehört aber auch die Entrümpelung von lebensgefährlichen Gegenständen in unseren Flüssen, weshalb immer wieder Säuberungsaktionen durchgeführt wurden.

      Nicht nur sportliche, sondern auch soziale Akzente waren es, die die Wasser-Rettung Landeck auf 54 Mitglieder anwachsen ließ. Erfreulicherweise wurde die Einsatzstelle Landeck seit ihrem Bestehen auch von anderen Organisationen unterstützt. Stellvertretend soll hier die Rettung Landeck und die Stadtfeuerwehr genannt werden, die der Einsatzstelle mit Kursen und ihrer Infrastruktur zur Seite steht.

Der derzeitige Vorstand:

Einsatzstellenleiter:  Huber Wolfgang

1.Stellvertreter:        Carpentari Reinhart

Schriftführer:             Lettenbichler David

Kassierin:                  Huber Martina

Wildwasser:              Huber Michael

Technik:                    Huber Wolfgang